Fremdenängstlichkeit

Fremdenängstlichkeit

Fremdenängstlichkeit

Ich denke, dass viele Deutsche Angst empfinden angesichts der Flüchtlingsflut aus Syrien und anderen Ländern. Ob sie diese Angst nun zugeben oder nicht, ist eine andere Frage. Vielen Menschen ist es peinlich Angst zu haben. Sie verstecken ihre Angst lieber hinter einer Mauer aus Hass und Verachtung. Solche Menschen schließen sich dann gerne zweifelhaften politischen Bewegungen an.

Ein gewisses Maß an Verständnis kann ich für Fremdenängstlichkeit aufbringen. Tatsächlich ist die Kontaktaufnahme zu einem Fremden immer Risiko und Chance zur selben Zeit am selben Ort - für beide Seiten. Die Auseinandersetzung mit dem Fremden zieht Veränderungen nach sich. Veränderungen können beängstigend sein und manche Menschen haben vor Veränderungen mehr Angst als andere.

Es ist richtig, dass sich aus Fremdenängstlichkeit leicht Fremdenhass entwickeln kann. Wir hassen was uns ängstigt. Aus diesem Grund sollte die Politik auf die Ängste und Sorgen der Bürger eingehen - egal ob diese nun berechtigt sind oder nicht.

Wie gesagt, die Kontaktaufnahme zu einem Fremden ist Risiko und Chance zur selben Zeit am selben Ort. Die erste Kontaktaufnahme ist immer mit einer gewissen Anspannung verbunden - auf beiden Seiten. Weil das Fremde eben unbekannt ist, schwebt eine gewisse Unsicherheit über dieser Situation. Man weiß nicht, ob das Fremde freundlich, feindlich oder neutral ist. Bis zu diesem Punkt habe ich Verständnis für ein gewisses Maß an Fremdenängstlichkeit. Aber diese Ängstlichkeit kann man auch überwinden.

Wenn sich zwei Individuen irgendwo im Nirgendwo begegnen, haben sie drei Möglichkeiten wie sie mit dieser Situation umgehen.

1. Sie verständigen sich und kooperieren.
2. Sie ignorieren sich gegenseitig und gehen ihrer Wege.
3. Sie versuchen sich gegenseitig umzubringen.

Welche dieser drei Möglichkeiten gewählt wird, hängt ganz von diesen beiden Individuen ab. Sie entscheiden über die gemeinsame Zukunft - egal welche Möglichkeit sie wählen. Wenn beide Parteien eine produktive Zukunft haben wollen, müssen sie wohlwollend aufeinander zugehen. Integration ist immer eine zweiseitige Angelegenheit, die auch ein gewisses Maß an Mut erfordert.

Gerade deshalb ist Integrationsarbeit so wichtig. Aber diese Integration muss sofort und konsequent durchgeführt werden. Das umfasst folgende Punkte :

  • Erlernen der deutschen Sprache.
  • Erlernen der deutschen Gesetze, Sitten und Gebräuche.
  • Abbau von falschen Vorstellungen und Vorurteilen gegenüber Deutschland und den Deutschen.
  • schulische bzw. berufliche Ausbildung.
  • Integration in die Arbeitswelt.

Ich will nicht aus den Flüchtlingen mit aller Gewalt Deutsche machen - was auch immer das sein soll. Aber man muss den Flüchtlingen beibringen, dass sie jetzt in Deutschland leben und das hier die Dinge anders laufen, als in Syrien oder anders wo. Wir haben hier ein verbindliches Grundgesetz und jeder Bürger hat seine Rechte und Pflichten. An diese haben sich auch die Flüchtlinge zu halten, egal woher sie kommen und egal an wen oder was sie glauben. Sie müssen fit gemacht werden, um in unserer Gesellschaft zurecht zu kommen.

Aber auch die Deutschen müssen Verständnis und Nachsicht aufbringen. Die Flüchtlinge erleben hier in Deutschland das, was man als Kulturschock bezeichnet. Sie brauchen eine gewisse Zeit, um sich zu akklimatisieren. Diese Zeit muss man ihnen auch geben. Es ist mit Sicherheit sehr schmerzhaft aus seiner Heimat vertrieben zu werden. Es ist sehr schwer in einem Land, von dem man kaum etwas weiß und dessen Sprache man nicht spricht, bei Null neu anzufangen. So eine Situation ist durchaus beängstigend.1

Eine gute Integration bedeutet, die Flüchtlinge an die Hand zu nehmen. Ich bin sicher, dass die meisten Flüchtlinge diese Hilfe dankbar annehmen. Das ist die Chance für Deutschland, sich viele gute Freunde zu machen, und gute Freunde kann man immer gebrauchen - auch und gerade im Kampf gegen religiös exkulpierten2 Terror. Jede Krise ist auch eine Chance. Diese Chance muss nur erkannt und genutzt werden.

Eine schlechte Integration überlässt die Flüchtlinge sich selbst. Eine schlechte Integration verwechselt Toleranz mit Gleichgültigkeit. So entstehen Parallelgesellschaften die der Staat nicht mehr unter Kontrolle hat.3 Dort entstehen dann Kriminalität und auch Terrorismus. Die Flüchtlinge auszugrenzen ist das Dümmste was Staat und Gesellschaft machen könnten. Wer sich ausgegrenzt fühlt, wird sehr empfänglich für eloquente Radikalisten und den Terrorismus. Ausgrenzung produziert nur Probleme. Wer eine Perspektive für sein Leben hat, hat kein Motiv Krimineller oder Terrorist zu werden.
Zu diesem Themenkreis empfehle ich meine Satire Verachtung.

Wenn die Flüchtlinge merken, dass wir Deutsche uns um sie kümmern, dass wir Deutsche barmherzig sind, werden die meisten von ihnen mit Dankbarkeit reagieren. Niemand hasst seinen Lebensretter.

Die Integration ist eine gewaltige Herausforderung - für beide Seiten. Es wird nicht einfach, es wird Probleme geben und zum Nulltarif bekommen wir die Integration auch nicht. Aber mit gegenseitigen Wohlwollen sind diese Probleme zu meistern. Eine richtige, wohlwollende Integration ist der beste Schutz für eine Nation gegen Radikalismus und Terrorismus im eigenen Land.
Gebt den Flüchtlingen eine Perspektive !

Noch mal zum Thema Fremdenängstlichkeit :
Selbstverständlich können Terroristen mit dem Flüchtlingsstrom nach Deutschland gelangen. Aber das haben die Terroristen auch schon vorher geschafft, ohne Flüchtlingsstrom. Abgesehen davon geht die Radikalisierung eher vom Internet aus.

Wir müssen uns davor hüten, die Themen "Islam" , "Flüchtlinge" und "Terrorismus" in einen Topf zu werfen und daraus ein Phantom der Angst zu phantasieren. Ich werde die realen Gefahren nicht kleinreden. Aber wir müssen uns vor der Dramatisierung genauso hüten wie vor der Bagatellisierung.

Selbstverständlich könnte ich von einem Flüchtling aus Syrien ermordet werden - aber ich kann auch von einem Deutschen oder Franzosen oder Engländer getötet werden. Das gehört zum allgemeinen Lebensrisiko, welches für alle Menschen gilt, egal woher sie kommen oder wo sie leben.
Gerade die Flüchtlinge aus Syrien wissen das besser als wir Deutsche. Ihnen droht tatsächlich Mord und Vergewaltigung durch Terroristen, die behaupten, sie würden an einen gütigen Gott glauben.

Wir können uns nicht hinter hohen, dicken Mauern ängstlich verstecken und so tun, als ob uns der Flüchtlingsstrom nichts angehen würde.4
Oder wollen wir ernsthaft eine gewaltige Mauer um Europa aufbauen, mit Stacheldraht, Selbstschussanlagen, Tretminen und Wachtürmen ?
- Die Römer haben geglaubt, dass sie sich hinter ihrer Mauer vor den Goten verstecken könnten.
- Die Chinesen haben geglaubt, dass sie sich hinter ihrer "Großen Mauer" vor den Mongolen verstecken könnten.
- Die DDR hat geglaubt, dass sie sich hinter ihrer Mauer vor der Veränderung verstecken könnte.

Sie haben sich alle geirrt.
Sich selbst von der Welt zu isolieren führt nur zu einem : Isolation.

Wofür werden sich die Deutschen entscheiden ?
Wir werden sehen.

Mein Name ist Stephan Potratz

und das ist meine Meinung

hier aufBienenvilla.com

Köln, den 25.12.2015

Anmerkungen und Ergänzungen

1 Fremd zu sein ist nicht schwer,
eine Heimat finden dagegen sehr.

2 exkulpieren = entschuldigen

4Am 28.12.2015 forderte die CSU eine Integrationspflicht. Flüchtlinge sollen zu Integrationskursen verpflichtet werden. Bei Verweigerung drohen Leistungskürzungen.

Ich halte eine Integrationspflicht für sehr sinnvoll. Flüchtlinge brauchen Integrationskurse, vor allem wenn sie aus einem völlig anderen Kulturkreis stammen. Was Deutschland braucht, ist ein bundesweites, professionelles Integrationsprogramm. Das hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus zu tun. Die Flüchtlinge sich selbst zu überlassen, ist in Wahrheit fremdenfeindlich und rücksichtslos gegenüber den Deutschen. Jede Gesellschaft braucht verbindliche Regeln und Regeln sind eben nicht dazu da, gebrochen zu werden. Die Forderung, die bestehenden Gesetze und Regeln zu befolgen und durchzusetzen, hat nichts mit Nationalsozialismus zu tun. Wo kein Recht herrscht, herrscht Unrecht !
In diesem Zusammenhang finde ich eine Begrenzung der Flüchtlingsaufnahme für notwendig, damit eine qualitativ hochwertige Integration gewährleistet werden kann. Ich nenne hier absichtlich keine Zahl, weil ich dazu nicht qualifiziert bin.
Wenn man aus ethischen Gründen Flüchtlinge aufnimmt, ist man auch verpflichtet die entsprechende Logistik für diese Menschen bereitzustellen. Die Flüchtlinge brauchen Unterkünfte, Nahrung, Wasser, Kleidung und medizinische Versorgung. Für die Integrationsarbeit müssen Lehrmaterial, Lehrer und Schulen zur Verfügung gestellt werden. Das alles kostet viel Geld.
Wenn man nicht bereit ist, diese Anstrengungen zu leisten, darf man auch keine Flüchtlinge aufnehmen.

Am 11.1.2016 forderte Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel, eine Residenzpflicht ( Wohnortpflicht ) für anerkannte Flüchtlinge. Bisher gilt die Residenzpflicht von drei Monaten nur für nicht anerkannte Flüchtlinge. Gabriel sagte in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin":

"Ich glaube, wir brauchen eine Wohnsitzauflage, sonst ziehen die Menschen - auch die anerkannten Asylbewerber - alle in die Großstädte. Da massiert sich das Problem und wir kriegen richtige Ghettoprobleme."


Ich stimme dem deutschen Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel zu. Ghettos in Großstädten sind Parallelgesellschaften und die müssen unbedingt vermieden werden. Migranten bzw. Flüchtlinge müssen gleichmäßiger über Deutschland verteilt werden, dann ist auch die Akzeptanz in der Bevölkerung größer.
Ob eine Residenzpflicht von nur drei Monaten ausreichend ist, bleibt aber zweifelhaft.

Am 18.1.2016 forderte die "Bundesagentur für Arbeit" BA eine 3jährige Residenzpflicht für Asylbewerber. Ein Umzug soll nur dann möglich sein, wenn der Flüchtling Wohnung und Arbeitsplatz nachweisen kann. BA-Vorstand Raimund Becker warnte in einem vertraulichen Schreiben an den saarländischen Innenminister Klaus Bouillon vor der Bildung von Ghettos und Parallelgesellschaften in den Großstädten.

3 Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass das Asylrecht im deutschen Grundgesetz verankert ist.

Die folgende Graphik zeigt, wie eine Gesellschaft mit dem Thema Flüchtlinge umgehen kann. Die Graphik wird von unten nach oben gelesen. Die Gesellschaft hat drei Möglichkeit, wie sie mit den Flüchtlingen umgeht :

1. Sie macht die Grenzen dicht und weist jeden ab.

2. Sie lässt die Flüchtlinge zwar ins Land, behandelt aber die Asylanten entweder gleichgültig oder aber abweisend.

3. Sie lässt die Flüchtling ins Land, aber setzt dann alles daran, die Menschen in die Gesellschaft zu integrieren.

Auf dem linken Ast der Graphik sehen Sie, die Folgen einer gleichgültigen bzw. ablehnenden Flüchtlingspolitik. Ich betone an dieser Stelle, dass eine gleichgültige Flüchtlingspolitik genauso schädlich ist wie eine ablehnende. Durch Ausgrenzung, Diskriminierung und Vorenthalt von Bildung, schafft die Gesellschaft Ghettobildung und Parallelgesellschaften. Die Folgen sind Arbeitslosigkeit und Armut. In diesem Milieu entstehen Kriminalität, Prostitution und Drogenmissbrauch. Junge Menschen, die keine Perspektive für sich sehen, schließen sich extremistischen oder terroristischen Bewegungen an. Das wiederum "bestätigt" die Vorurteile der Gesellschaft. In Wahrheit hat die Gesellschaft selbst die Probleme erschaffen, die sie vermeiden wollte. Sie hat alles Falsch gemacht, was sie nur falsch machen konnte.

Auf dem rechten Ast der Graphik sehen Sie, wie eine konsequente und erfolgreiche Integrationspolitik aussehen kann. Voraussetzung ist, dass alle Flüchtlinge ohne Ausnahme Integrationskurse absolvieren müssen. Lerninhalt dieser Integrationskurse müssen folgende Punkte sein :

  • Erlernen der deutschen Sprache.
  • Erlernen der deutschen Regeln, Gesetze, Sitten und Gebräuche.
  • Moderation von Sitten und Gebräuchen zwischen den Kulturen.
  • Abbau von falschen Vorstellungen und Vorurteilen gegenüber Deutschland.
  • schulische bzw. berufliche Ausbildung.
  • Integration in die Arbeitswelt.

Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, haben die Flüchtlinge und die Gesellschaft eine Chance auf eine erfolgreiche Integration.

Es wurde in den Medien immer wieder darauf hingewiesen, dass es besser sei die Fluchtursachen zu bekämpfen. Dieser Hinweis ist mit Sicherheit richtig. Aber ein Ende des Bürgerkrieges in Syrien kann noch lange auf sich warten lassen. Es ist also besser, jetzt massiv in Integrationsarbeit zu investieren. Hier können auch viele Arbeitsplätze geschaffen werden.
Wenn wir die Integration haben wollen, dann aber richtig.
Klotzen, nicht kleckern !

Wofür wird sich die Mehrheit der Deutschen entscheiden ?
Ich plädiere für ein maßvolles und umsichtiges Verhalten.

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Meine zweite Graphik "Organisation einer erfolgreichen Integrationspolitik" zeigt, wie ich die Flüchtlingsflut organisieren würde (wenn ich denn irgend etwas zu sagen hätte). Kern meiner Organisation ist die Einführung von Internierungslagern.
Ob aber Internierungslager innerhalb der BRD bzw. EU juristisch möglich sind, ist zweifelhaft.

Ich halte aber die Einführung von Internierungslagern für notwendig. Wenn die Politik zehntausende von Flüchtlingen ungefiltert, unregistriert, unidentifiziert und unvorbereitet ins Land lässt, überfordert das die heimische Bevölkerung. Konflikte sind damit vorprogrammiert.
Eine unkontrollierte Migration ist rücksichtslos gegenüber der eigenen Bevölkerung und den Flüchtlingen hilft sie auch nicht.

Die Flüchtlingskrise hat gnadenlos die Schwächen der "Europäischen Union" offengelegt. Sie zeigt, wie schlecht die BRD als auch die EU auf die Flüchtlingsflut vorbereitet sind. Sie zeigt weiter, dass die Mitgliedsstaaten sehr unterschiedliche Vorstellung von dieser Union haben. Die Flüchtlingskrise zeigt auch, wie wenig einig sich das vereinigte Europa ist.

Am 17.3.2016 erklärte Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, in einem Interview auf "Tagesschau24", dass sich von den 28 Mitgliedstaaten 22 weigerten, Flüchtlinge aufzunehmen.
Damit brechen sie EU-Recht.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert zurecht eine europäische Lösung der Flüchtlingsfrage. Aber mit dieser Forderung steht sie ziemlich alleine, denn Europa will mit den Flüchtlingen nichts zu tun haben.

Mein Name ist Stephan Potratz

und das ist meine Meinung

hier auf Bienenvilla.com

Köln, 18.03.2016

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