Geld

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Ein paar kritische Fragen zum Thema

Aus der Geschichte wissen wir, dass Währungen kommen und gehen.
Wir wissen, dass aufgrund von Weltwirtschaftskrisen Währungen sehr schnell ihren Wert einbüßen.
Wir wissen, das Währungen selbst Ziel von Manipulationen sein können.
Wir wissen, dass Währungen auch in wirtschaftlich guten Jahren einer Inflation unterliegen.
Warum bauen wir eigentlich unser Leben auf einem Element auf, das die Stabilität von Treibsand hat ? Wir legen doch sonst so viel wert auf Sicherheit.
Wie sehr lassen wir unser Denken, Handeln und Fühlen durch das Streben nach Geld beeinflussen?
Welchen Einfluss hat das Streben nach Geld eigentlich auf unsere Ethik ?
Oder legen wir gar keinen Wert mehr auf Ethik ?
Hört unsere Menschlichkeit abrupt auf, sobald es ums Geld geht ?
Wenn wir die Wahl haben, zwischen dem ethisch Richtigen und dem Profit, wofür entscheiden wir uns ?
Wer kontrolliert hier eigentlich wen ?
Haben wir das Geld unter Kontrolle oder hat das Geld uns unter Kontrolle ?
Hindert uns das Streben nach Geld nicht daran, das ethisch Richtige zu tun ?
Was passiert, wenn das Geld in unserem Wertesystem einen höheren Stellenwert einnimmt als der Mensch an sich ?
Ist genau das nicht schon längst passiert ?
Wie viele Menschen sind ermordet worden, weil sie viel Geld hatten ?
Wie viele Menschen mussten sterben, weil sie kein Geld hatten ?
Was sind wir denn bereit, dem Streben nach immer noch mehr Geld zu opfern ?
Die Freiheit ?
Die Demokratie ?
Die Menschenrechte ?
Würde, Leben und Gesundheit ?
Die Biosphäre, in der wir und von der wir leben ?
Kann man Geld essen ?
Kann man Geld trinken ?
Kann man Geld atmen ?

In der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von 1776 steht :

"Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen worden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freiheit und das Bestreben nach Glückseligkeit."

Warum wohl haben die Väter der Unabhängigkeitserklärung das Wort unveräußerlichen verwendet?
Soll das heißen, dass diese Rechte niemals zum Verkauf gedacht waren ?
Steht da irgend etwas von dem Streben nach Geld ?

Rechtfertigt das Streben nach Geld jeden Schwachsinn, jede Kaltschnäuzigkeit und jede Boshaftigkeit ?
Hat das Streben nach Geld nicht schon längst den Charakter einer Suchtkrankheit angenommen ?
Was würde ein Süchtiger opfern um an sein Suchtmittel zu gelangen ?
Ist ein Süchtiger nicht in Wahrheit ein Opfer seiner eigenen Unersättlichkeit, die alles auffrisst ?
Kann ein Unersättlicher überhaupt glücklich werden mit seiner Sucht ?

Siddhartha Gautama, ( 563 v. Chr. - 483 v. Chr. ) auch als Buddha bekannt, stellte vor über zweitausend Jahren fest, dass der Ursprung allen Leidens das Begehren ist. Weil wir begehren leiden wir selbst oder andere leiden unter unserem Begehren.

Wir wissen, dass Spekulanten Millionen Tonnen von dringend benötigten Lebensmitteln aufkaufen und sie dann vorsätzlich verrotten lassen, um so ihren privaten, egozentrischen Profit in die Höhe zu treiben.
Wie viele Menschen sind durch diese Praxis in den Hungertod getrieben worden ?
Wie viele Menschen sind durch die Profitgier ein paar Weniger in die Armut getrieben worden ?
Oder wollen wir das alles gar nicht wissen ?

Ist Unersättlichkeit nicht in Wahrheit chronische Unzufriedenheit ?
Streben nach Geld gleich Streben nach Glück ?
Streben nach Konsum gleich Streben nach Glück ?
Ist das Streben nach Geld eine Entschuldigung für antisoziales Verhalten ?
Können wir uns den Kapitalismus, so wie wir ihn heute kennen und praktizieren, noch leisten ?
Ist der kapitalistische Traum vom unbegrenzten Wachstum, auf einem kleinen Planeten mit sehr begrenzten Ressourcen, überhaupt noch tragbar ?
Darf der Kapitalismus außerhalb jeder Kritik stehen ?
Darf der Kapitalismus außerhalb jeder Kontrolle stehen ?
Ist der Kapitalismus wirklich der Weihnachtsmann für den wir ihn alle halten ?

Matthaeus 19
23 Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen. 24 Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.

Warum hat Jesus Christus das gesagt ?
Sah er da vielleicht einen Zusammenhang zwischen Charakter und Reichtum ?1
War Jesus Christus ein Kapitalist ?
Ist ein Mensch, der viel Geld besitzt wertvoller, als einer der keines besitzt ?
Glaubt ein, vom Kapitalismus begeisterter Christ, dass Gott sich von finanziellem und materiellem Reichtum blenden lässt ?
Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt ?
Warum wohl hat sich Martin Luther über den Ablass so empört ?
Ist Gott korrupt ?
Ist der Kapitalismus, der mit seinem krankhaften Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken die Menschen gegeneinander aufhetzt, wirklich mit dem Christentum vereinbar ?
Warum wohl sind Geiz bzw. Habgier ( lat. Avaritia ) eine der sieben Todsünden ?
Warum wohl ist Maßlosigkeit ( lat. Gula ) eine der sieben Todsünden ?
Warum galt im Mittelalter die Zinsnahme als Sünde ?
Ist der Kapitalismus wirklich gottgewollt oder doch nur eine zweifelhafte Erfindung des Menschen ?
Wie weit wollen wir uns vom Kapitalismus korrumpieren lassen ?
Wie weit wollen wir unsere sozialen Strukturen vom Kapitalismus erodieren lassen ?
Warum lassen wir das zu ?
Wo sind unsere Grenzen ?
Was machen wir eigentlich ?
Oder haben wir uns längst mit den Zuständen abgefunden ?

Ich mache mir nichts vor. Mir ist sehr wohl bewusst, dass wir es mit Menschen zu tun haben - und nicht mit Engeln.
Vielleicht können wir Menschen auf das Geld nicht mehr verzichten. Vielleicht aber doch.
Aber wir können auf jeden Fall uns selbst beobachten. Wir können überwachen, welchen schädlichen Einfluss dass Geld auf unser Denken, Handeln und Fühlen nimmt.
Wir können uns entscheiden, ob wir das Profitable oder doch lieber das ethisch Richtige tun.2

Wofür werden sich die Menschen entscheiden ?


Meine Name ist Stephan Potratz

und das ist meine Meinung

hier aufBienenvilla.com

Köln, 13.9.2015

Anmerkungen und Ergänzungen

1 Vergleiche hierzu : Vilar, Esther - Der betörende Glanz der Dummheit - Verlag : dtv
2 An dieser Stelle empfehle ich das Märchen "Das kalte Herz" von Wilhelm Hauff.

Am 18.1.2016 gab die Nichtregierungsorganisation Oxfam bekannt, dass die 62 reichsten Menschen so viel besitzen, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Dieser Trend hält weiter an. Deshalb fordert Oxfam die Trockenlegung von Steueroasen. Siehe hierzu diesen Link : act.oxfam.org/deutschland/steueroasen-trockenlegen
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