Rundungen

Sehr geehrte Damen und Herren.

In diesem Tutorial möchte ich Ihnen zwei Methoden vorstellen mit denen man Rundungen bauen kann. Ich will an dieser Stelle nur die Prinzipien erklären, nicht ein konkretes Bauvorhaben. Deshalb gebe ich auch keine Abmessungen an.
Ich beginne mit Methode 1.

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Schritt 1.

Als erstes schneide ich die Einzelteile zu. Zwei halbrunde Stirnseiten, eine Grundplatte, die Dachfläche und eine Traverse. Den Umfang des Halbkreises berechnen ich mit folgender Formel :

Durchmesser x pi / 2

Für pi verwende ich den Wert 3,14. Eine höhere Präzision braucht man nicht. Vorsichtshalber gebe ich 5 mm dazu. Was übersteht kann man immer noch abschneiden.

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Schritt 2.

Auf die Pappe (Dachfläche) die gebogen werden soll, zeichne ich im Abstand von 5mm parallele Striche.

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Schritt 3.

Mit Messer und Lineal schneide ich Schlitze in die Pappe. Diese Schlitze dienen später beim Biegen sozusagen als "Scharniere".
Vorsicht : Nicht zu tief schneiden. Meistens reichen zwei leichte Durchgänge pro Schlitz.

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Schritt 4.

Jetzt brauche ich ein festes Kissen und eine runde Stange. Ob die Stange aus Holz oder Metall oder Plastik besteht, ist völlig gleichgültig. Nach meiner Erfahrung hat sich ein Durchmesser von 20 mm am besten bewährt. Ein Durchmesser von 30 mm geht auch, aber größer sollte er nicht sein. Ich lege die Pappe mit den Schlitzen nach unten und rolle dann mit der Stange darüber.

Achtung: Die Stange und die Schlitze müssen parallel zueinander liegen.

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Fertig.

Die Pappe hat eine Rundung und ist immer noch flexibel.

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Schritt 5.

Die Stirnseiten werden an die Grundplatte geklebt. Damit die auch schön im rechten Winkel zur Grundplatte stehen, stütze ich sie mit zwei Winkeln ab. Die Traverse sorgt dafür, dass die Stirnseiten nicht nach innen kippen. Trocknen lassen.

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Fertig.

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Schritt 6.

Beim Aufkleben des Daches drücke ich die Konstruktion auf den Tische halte die Dachfläche mit den Finger solange fest bis der Klebstoff abgebunden hat.

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Fertig.

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Schritt 7.

Die Schlitze in der Dachfläche verstecke ich unter einer dünnen Pappe.

Jetzt zu Methode 2

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Schritt 1.

Zunächst brauche ich nur die Stirnseiten.

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Schritt 2.

Zwischen die Stirnseiten lege ich ein Stück Holz. Zusammen mit der Dicke der beiden Stirnseiten wird damit die Länge festgelegt. Das Holz ist nur eine Hilfskonstruktion, die später wieder entfernt wird. Im Durchschnitt muss dieses Holz kleiner sein als die Stirnseiten, damit es später nicht festgeklebt wird.

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Schritt 3.

Mit dem Winkel richte ich die beiden Stirnseiten, damit sie richtig fluchten.

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Schritt 4.

Mit einem Schnellspanner fixiere ich die Stirnseiten auf dem Holz provisorisch.

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Schritt 5.

Dann lege ich das Ganze auf die Seite und fixiere mit einem zweiten Schnellspanner von unten die Stirnseiten.

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Schritt 6.

Den ersten Schnellspanner nehme ich jetzt wieder ab und befestige ihn neben dem zweiten Schnellspanner.

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Jetzt ist alles vorbereitet. Die Dachfläche wird genauso hergestellt und verarbeitet wie bei der ersten Methode. Wenn der Klebstoff fest ist, löse ich die Schnellspanner und entferne das Holz.

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Methode 2 hat den Vorteil, dass sie keinen Boden und keine Traverse benötigt wie man auf dem Bild links sieht. Dafür ist sie etwas schwieriger zu bauen und ihre Größe ist abhängig von den verwendeten Schnellspannern. Für die Maßstäbe 1:100 bzw. 1: 50 stellt das allerdings kein Problem dar.
Methode 1 verwende ich für Dächer, Methode 2 für runde Fasaden.