Zeugnisse und ihre Aussagekraft

Zeugnisse und ihre Aussagekraft

Wenn ich meinen Realschulabschluss mit meiner WebsiteBienenvilla.comvergleiche, dann erkenne ich hier eine deutliche Diskrepanz.
Siehe hierzu :Realschulzeugnis
Mein Zeugnis spiegelt in keiner Weise meine Talente und Fähigkeiten wieder. Im Gegenteil, sie werden gar nicht erst berücksichtigt. Meine Talente wurden in der Schule weder erkannt noch gefördert. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass der 18jährige von damals schon lange nicht mehr existiert. Das ist ein wichtiger Punkt, denn ein Zeugnis ist nur eine Momentaufnahme aus dem Leben eines Menschen.
Aus diesem Grund habe ich berechtigte Zweifel an der Aussagefähigkeit von Schulzeugnissen.
Warum?

Wenn ich ein schlechtes Zeugnis sehe, dann weiß ich doch gar nicht, wie diese schlechten Noten zustande gekommen sind. Den Schüler pauschal zu beschuldigen, ist sehr bequem. Es gibt aber durchaus noch andere Tatverdächtige:

1. Der Lehrer ist inkompetent.
Ich will nicht in das Jammerlied über die angeblich so faulen Lehrer einstimmen. Ich habe viele Lehrer kennengelernt, die kompetent und engagiert sind. Aber es gibt eben auch einzelne Lehrer, denen ihre Schüler gleichgültig sind und nur auf die Rente warten.

2. Der Schüler wird in der Schule und/oder Internet von seinen Mitschülern gemobbt.
Ein Schüler, der die Schule als Ort der täglichen Demütigung erlebt, verliert ganz schnell das Interesse am Lehrstoff. Das die Noten dadurch in den Keller rutschen ist kein Wunder. Es gibt sehr viele Kinder, die die Schule als Ort der Demütigung kennengelernt haben. Das Mobbing kann sogar soweit gehen, daß der Schüler Angst davor hat, die Schule zu betreten. Aus Angst vor den "lieben" Mitschülern wird dann die Schule geschwänzt.

3. Katastrophale familiäre Verhältnisse.

3.1 Ein oder beide Elternteile sind Alkoholiker. Mitten in der Nacht kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen, die den Schüler die ganze Nacht wach halten. Es liegt klar auf der Hand, daß ein völlig übermüdeter Schüler in der Schule keine Leistungen erbringen kann.

3.2 Es kann auch sein, daß der Schüler zuhause gar nicht die Ruhe hat um seine Hausaufgaben zu erledigen und so den Lernstoff zu vertiefen. ( Zu kleine Wohnung, nervige Geschwister, überforderte Eltern, zu viel Lärm )

3.3 Dann gibt es auch noch Eltern bzw. Elternteile, die gar nicht wollen, daß ihre Kinder etwas lernen oder die einfach nur gleichgültig sind. Es gibt auch Eltern, die ihre eigenen Kinder entmutigen. Es folgen Sprüche wie : "Du kannst nichts! Du weißt nichts! Du bist nichts! Aus dir wird nie was."
Eine Todsünde der Erziehung.

3.4 Ein Schüler kann auch in eine Schamspirale geraten. Nur weil er ein paar Arbeiten verpatzt hat, meint der Schüler, er wäre zu nichts nütze. Aus Scham und Selbstenttäuschung verliert er jeden Mut weiter um bessere Noten zu kämpfen. Weil er keinen Mut mehr hat, werden seine Noten erst recht schlecht. Diese "überzeugen" den Schüler von seiner "Nutzlosigkeit".
Noten haben einen gewaltigen Einfluss auf das Selbstwertgefühl eines Schülers, denn gute Noten sind ein Belohnung für die Seele, schlechte Noten eine Bestrafung. Leider gibt es dumme Eltern bzw. Elternteile , die diese Schamspirale auch noch verstärken. Dann kommen solche Sprüche wie: "Du kannst ja gar nichts. Du bist so eine Enttäuschung."
Es gibt nach wie vor dumme Eltern bzw. Elternteile, die die feste Überzeugung vertreten, Demotivation würde auf Kinder motivierend wirken. Wer solche Eltern hat, braucht keine Feinde mehr.

3.5 Migrationshintergrund Der Schüler kann dem Unterricht in der Schule nicht folgen, weil er die deutsche Sprache nicht beherrscht. Das in seiner Familie ebenfalls keiner Deutsch spricht, kommt für den Schüler erschwerend hinzu. Die Schule soll dann ausbügeln, was eine völlig verfehlte Integrationspolitik angerichtet hat.

4. Der Schüler ist hochbegabt und es wurde nicht erkannt. Der hoch begabte Schüler kann den Lernstoff viel schneller erfassen als seine Mitschüler. Während die sich noch mit den Aufgaben herum quälen, ist der Hochbegabte schon längst fertig. Die Folge ist Langeweile und damit schlechte Noten. Nicht selten werden solche Schüler von ihren Mitschülern gemobbt. Siehe Punkt 2.

5. Der Schüler hat ADS ( Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ) oder ADHS ( Aufmerksamkeitsdefizit-hyperaktivitäts-Syndrom ) und es wurde nicht erkannt. Auch dieser Typ von Schüler wird von seinen Mitschülern gerne gemobbt. Siehe Punkt 2.

6. Der Schüler hat das Asperger-Syndrom und es wurde nicht erkannt. Auch dieser Typ von Schüler wird von seinen Mitschülern gerne gemobbt. Siehe Punkt 2.

7. Selbstverständlich kann es sein, daß der Schüler einfach nur faul ist. Aber wer faul ist, ist noch lange nicht dumm. Wer heute faul ist, muss es nicht zwangsläufig morgen auch noch sein. Man kann seine Meinung zu den Dingen des Lebens ändern. Jeder hat das Recht dazu.

8. Dem Schüler liegt das System Schule einfach nicht. Es gibt nun mal Menschen die eher praktisch veranlagt sind. Mit der Theorie tun sich diese Menschen sehr schwer. Das heißt aber noch lange nicht, daß sie dumm sind.

Die oben genannten Gründe können, alleine oder in Kombination, einem Schüler den Spaß am Lernen nachhaltig verderben.

"Jeder ist seines Glückes Schmied." Dieses Sprichwort hat allerdings ein großes Problem. Schmieden ist eine Kunst, die erlernt werden muss. Um es zu erlernen, muss man zu einem Lehrmeister in die Lehre gehen. Was aber, wenn der Lehrmeister ( Eltern ) nichts taugt ? Dann hat der Lehrling ( Kind ) wohl Pech gehabt ?! So bekommt jede Generation genau die Kinder, die sie verdient.
Auf manchen Hauptschulen wird den Schülern beigebracht, wie ein Hartz-IV-Antrag ausgefüllt wird !
Siehe hierzu :
www.welt.de/politik/deutschland/article6347164/Wo-Kinder-fuer-ein-Leben-mit-wenig-Geld-lernen.html*

Man geht schon fest davon aus, dass Hauptschüler als Hartz-IV-Empfänger enden werden. Ein verheerendes Zeichen, dass den Hauptschüler sagt :"Ihr habt in dieser Gesellschaft gar keine Chance." So ein Zeichen muss doch jeden entmutigen und demotivieren. Junge Menschen, deren Leben gerade erst begonnen hat, sind von Gesellschaft und Politik aufgegeben und abschrieben worden ! Sowohl die Gesellschaft als auch die Politik haben kampflos kapituliert !
Von der Politik hört man immer wieder den Satz : "Die Kinder sind unsere Zukunft."
Warum schmeißen wir dann die Zukunft eben dieser Kinder einfach weg ?

Ein schlechtes Schulzeugnis zu haben, ist keine Straftat.
Ein schlechtes Schulzeugnis gibt der Gesellschaft nicht das Recht einen Menschen zu bestrafen oder auszugrenzen. Wer Mitmenschen ausgrenzt, produziert Kriminalität, denn ein Ausgegrenzter kann sehr leicht kriminell werden. Niemand hat das Recht einen Menschen wegen seines schlechten Schulzeugnisses abzustempeln.

Nur weil jemand ein schlechtes Schulzeugnis hat, ist er noch lange nicht ein schlechter oder wertloser Mensch.
Nur weil ein jemand ein gutes Schulzeugnis hat, ist er noch lange nicht ein guter oder wertvoller Mensch.
An dieser Stelle muss ich an folgendes erinnern: Es waren Ärzte, die sich während der NS-Zeit freiwillig an der Ermordung sogenannter "Untermenschen" beteiligt haben.
Siehe hierzu :
wikipedia.org/wiki/Liste_von_NS-Ärzten_und_Beteiligten_an_NS-Medizinverbrechen*
wikipedia.org/wiki/Josef_Mengele*

Es waren Juristen die 1935 den Nazis dabei geholfen haben, die Nürnberger Rassengesetze einzuführen und damit Unrecht zu legalisieren.
Siehe hierzu :
wikipedia.org/wiki/Nürnberger_Gesetze*

Es ist schon erstaunlich wie viele Akademiker willig dem Nazi-Regime gedient haben.
Hierzu ein paar Beispiele :

- Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels ( * 29. Oktober 1897 ; † 1. Mai 1945 ) war Doktor der Germanistik.
Siehe hierzu : wikipedia.org/wiki/Joseph_Goebbels*

- Albert Speer ( * 19. März 1905 in Mannheim; † 1. September 1981 ) war Architekt.
Siehe hierzu : wikipedia.org/wiki/Albert_Speer*

- Roland Freisler ( * 30. Oktober 1893; † 3. Februar 1945 ) war Jurist.
Siehe hierzu : wikipedia.org/wiki/Roland_Freisler *

Diese Akademiker, und noch viele andere, haben tatkräftig einem Mann gedient, der selbst weder einen Schulabschluss noch eine Berufsausbildung hatte : Adolf Hitler.
Siehe hierzu :wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler*

Den Deutschen waren Zeugnisse, Diplome, Doktor- und Professorentitel schon immer sehr wichtig - eine Orgie der Noten. Das hat sie aber nicht davon abgehalten, 1933 einen ehemaligen Gefreiten, aus Braunau am Inn, Österreich-Ungarn, zum deutschen Reichskanzler zu wählen. Das sollte uns allen zu denken geben.

Ein gutes Zeugnis ist keine Entschuldigung für einen miesen Charakter und kein Freibrief für antisoziales Verhalten.
An ihren Taten sollt ihr sie erkennen - nicht an ihren Noten.
Moralische Verkommenheit ist kein Privileg bildungsferner Bevölkerungsschichten.

Alle Wissenschaftler, die an der Entwicklung der Atombombe gearbeitet haben, hatten tolle Zeugnisse, Diplome und Doktortitel. Und was haben sie damit gemacht? Sie haben das Kind des Teufels in die Welt gesetzt. Dieses Balg haben wir heute und auch in Zukunft am Hals.
Fazit: Weder Bildung noch mathematische Intelligenz schützen vor Torheit.

Fairerweise muss ich an dieser Stelle folgendes anmerken : Julius Robert Oppenheimer ( geboren am 22. April 1904, † am 18. Februar 1967 ), der "Vater der Atombombe", hat nach der Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki den weiteren Einsatz dieser Waffe verurteilt.
Siehe hierzu :wikipedia.org/wiki/Robert_Oppenheimer*

Nur weil jemand ein oder mehrere Doktortitel besitzt, macht ihn das noch lange nicht zu Gott höchstpersönlich. Er bleibt ein erbärmlicher Mensch, so wie wir alle. Wir müssen nicht vor akademischen Titeln den Kotau machen. Wir müssen nicht alles glauben, nur weil es von einem Akademiker kommt. Wir haben das Recht, auch diese "Besitzer toller Noten" kritisch zu betrachten.

An einem miesen Charakter ändert die Schulbildung auch nichts mehr. Im Gegenteil. Ein mieser Charakter mit akademischen Titel, quillt vor lauter Selbstwertgefühl aus allen Nähten und kann noch mehr Unheil anrichten.

Zurück zum eigentlichen Thema.
Zeugnisse sind eine oberflächliche Beschreibung eines Menschen. In Oberflächlichkeit zu leben ist sehr bequem. Aber Oberflächlichkeit ist ein sehr schlechter Berater. Deshalb kommt uns die Oberflächlichkeit früher oder später teuer zu stehen. Das Leben ist zu kompliziert für oberflächliche Antworten. In Oberflächlichkeit zu leben ist aber eine freiwillige Entscheidung. Niemand wird dazu gezwungen.

Tabellen sind ja ganz schön. Zeugnisse sind ja nichts anderes als Tabellen. Aber das Leben lässt sich nicht in Spalten und Zeilen zwängen, nur weil wir es gerne bequem und übersichtlich haben.

Menschen sind keine genormten Teile und werden es auch niemals sein. Wir haben uns mit dieser Tatsache abzufinden ! An dieser Stelle frage ich mich, ob das System Schule nicht in Wahrheit der unbewusste Versuch ist, genormte Menschen herzustellen.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mein Vater gejammert hat, dass ich angeblich bestimmte Fertigkeiten nicht beherrschen würde. Tatsächlich gehen auch von Generation zu Generation Fähigkeit verloren. Sie gehen verloren, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Was aber mein Vater und dessen Generation ( Jahrgang 1927 ) permanent vergisst, ist die Tatsache, dass meine Generation ( sprich die 1970er Jahre ) mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert ist, als die Menschen von vor 60 -70 Jahren. Meine Generation musste sich mit dem Computer auseinandersetzen. Wir mussten den Umgang mit Programmen zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, Email und Internet erlernen.

Die Website Bienenvilla.com habe ich, ohne fremde Hilfe, selbst auf die Beine gestellt. Die dazu nötigen Fähigkeiten habe ich nicht in der Schule gelernt, sondern habe sie mir selbst beigebracht. Ich kann mit Programmen zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation umgehen, während mein Vater bis zu seinem Tod einen Computer noch nicht mal angefasst hat.

Noch etwas : Das stupide Auswendiglernen von Daten, hat nichts mit Intelligenz zu tun. Auf den heutigen Festplatten kann man Milliarden von Daten abspeichern. Kein Mensch würde aber behaupten, eine Festplatte wäre eine künstliche Intelligenz. Die Menschen von heute müssen keine Daten mehr auswendig lernen. Die Daten sind doch schon längst abgespeichert. Die Menschen von heute müssen lernen, von wo sie Daten abrufen und wie sie diese nutzen können.

Wenn ein Mensch in den 1950er Jahren eine Berufsausbildung abschloss, dann hatte er gute Chancen, diesen Beruf solange auszuüben, bis er tot umfiel oder in Rente ging. Sein Beruf hatte sich in seiner Zeit kaum verändert. Das sieht heute ganz anders aus. Für die Generationen, die nach mir kamen, ist der Umgang mit Computer und Smartphone eine Selbstverständlichkeit, aber auch sie werden sich anpassen müssen, weil sich die Welt immer schneller verändert. Das faktische Wissen der Menschheit nimmt täglich zu. In der Arbeitswelt gilt schon lange die Tatsache vom "lebenslangen Lernen". Wissen kann ganz schnell veralten. Schon alleine das stellt den Wert von Zeugnissen in Frage, denn die veralten auch.

Was ist denn nun wichtiger : Schöne Noten auf einem Blatt Papier, oder das, was ein Mensch in seinem Kopf hat ? Von der Herzensbildung, emotionaler Intelligenz und Empathie mal ganz zu schweigen. Dabei gibt es Berufe, in denen diese Fähigkeiten essenziell sind , z.B. Ärzte, Psychiater, Psychologen, Lehrer und andere.
Diese wichtigen sozialen Fähigkeiten werden bezeichnenderweise in keinem Schulzeugnis abgefragt.
Warum nicht ?

Zeugnisse sind Dokumente die Eigenschaften und/oder Fähigkeiten einer Person bezeugen sollen. In Wahrheit sind Zeugnisse das stillschweigende Eingeständnis der Gesellschaft, dass der Mensch dem Menschen nicht über den Weg traut. Man will auf alles eine Versicherung oder eine Garantie haben. Aber den Zeugnissen traut der Mensch auch nicht so ganz. Nicht umsonst gibt es in Arbeitsverträgen eine mehrmonatige Probezeit.
Sich mit Menschen einzulassen ist immer ein Risiko. An dieser Tatsache ändern Zeugnisse auch nichts. Mal ganz abgesehen von der peinlichen Tatsache, dass Zeugnisse auch gefälscht werden können.
Siehe hierzu :
www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/bewerbungsbetrug-die-frisierte-karriere-a-316385.html*

Peinlich ist auch der Fall Petra Hinz.
Siehe hierzu : wikipedia.org/wiki/Petra_Hinz*
Man hat sich vom schönen Schein nur allzu gerne blenden lassen. Andererseits belegt der Fall Petra Hinz auch, dass der Job des Politikers so schwer nicht sein kann. Es geht offensichtlich auch ohne Abitur und Studium !

Zeugnisse erfüllen aber noch einen anderen Zweck. Sie separieren gesellschaftliche Schichten. Man will unter sich sein und Personen aus anderen Schichten herausfiltern beziehungsweise ausgrenzen.
Selbst Zeugnisse mit identischen Notenstand sind nicht unbedingt auch das Selbe wert. So ist z.B. ein Abitur aus Köln-Porz niemals soviel wert, wie ein Zeugnis aus Köln-Marienburg !!!
Wenn du in der falschen Gegend lebst, hast du Pech gehabt.
Siehe hierzu : wikipedia.org/wiki/Klassismus*.

Ausdruck dieses Klassismus ist unser Schulsystem, welches aus drei Typen besteht : Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Gleich nach der Grundschule werden die Kinder sortiert und damit abgestempelt. Es wird Klassentrennung betrieben. Jede Gesellschaftsschicht soll dort bleiben, wo sie hergekommen ist.

- Gymnasium für Akademiker und deren Kinder.
- Realschule für die Dienstleister und deren Kinder.
- Hauptschule für die Arbeiter und deren Kinder.

Und an dieser gesellschaftlichen Pyramide soll ja nicht gerüttelt werden.
Durch dieses Drei-Klassen-Schulsystem sollen weite Teile der Bevölkerung vorsätzlich in Unwissenheit gehalten werden. An dieser Stelle muss ich daran erinnern, dass dieses Drei-Klassen-Schulsystem noch aus der "Wilhelminische Epoche" stammt und sich bis heute kaum verändert hat. Es ist das Spiegelbild einer Epoche, die alles andere als demokratisch war. Das Drei-Klassen-Schulsystem erinnert auch stark an die Ständeordnung aus dem Mittelalter. Das sollte uns allen denken geben.

Ich mache mir nichts vor. Auch in Zukunft wird es Zeugnisse geben und wegen ihnen viel Stress. Aber Zeugnisse sind nicht Gottes letztes Wort. Sie sind der klägliche Versuch der Bewertung einer Person durch eine andere. Was davon zu halten ist, habe ich oben beschrieben. Letzten Endes ist ein Zeugnis nur ein Stück bedrucktes Papier und das Papier geduldig ist, wissen wir ja schon. Es liegt an uns, welches Maß an Bedeutung wir diesem Dokument schenken. Wir haben das Recht und die Pflicht uns von dummen Dogmen zu befreien.

Ich fordere nicht die Abschaffung der Zeugnisse. Eine moderne Gesellschaft kann wohl auch nicht auf Zeugnisse verzichten. Aber ich fordere die Abschaffung der Oberflächlichkeit, denn auf die kann und muß eine Gesellschaft verzichten.

An alle da draußen, die auch ein schlechtes Zeugnis haben: Last euch nicht unterkriegen. Last euch nicht durch dieses dumme Dokument abwerten oder entwerten. Bildung kann nachgeholt und Fähigkeiten weiterentwickelt werden. Viele Fähigkeiten haben gar nicht so viel mit Intelligenz oder Bildung zu tun, sondern einfach nur mit Übung und auch die kann man erlangen

Erst war der Mensch da, dann das Zeugnis.


Mein Name ist Stephan Potratz

und das ist meine Meinung.

hier aufBienenvilla.com

Köln, 25.8.2016

Anmerkungen und Ergänzungen

* Stephan Potratz haftet nicht für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

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